Freie Trauung - Freie Rednerin oder Hochzeitsplanerin
"Das überlegst du dir alles für eine Freie Trauung?"
"Solche Fragen stellst du im Traugespräch?"
"Ich dachte, du hältst nur die Rede und planst nicht die ganze Trauung."
"Bist du nicht eher eine Hochzeitsplanerin als eine Rednerin?"

Nein, ich bin keine Hochzeitsplanerin.
Wenn ich an der Location ankomme, steht die bestellte Blumendeko schon an ihrem Platz.
Die Tische sind eingedeckt, und der oder die DJ baut das Musik-Equipment auf. Der Fotograf oder die Fotografin macht die ersten Aufnahmen.
Vielleicht hat ein/e HochzeitsplanerIn alle Dienstleister beauftragt und koordiniert, vielleicht hat sich das Paar selbst um alles gekümmert.
Papeterie, Dekoration, Floristik, Location, Foto/Video uvm. werden organisiert, aber eben nicht von mir.
Ich bin keine Hochzeitsplanerin, aber...
ich habe so viele Fragen an das Paar, die Familie und TrauzeugInnen, weil die Zeremonie ein kleines Kunstwerk am Tag der Freien Trauung ist.
Meine Verantwortung ist es, eine entspannte und einzigartige Zeremonie für Euch und Eure Gäste zu kreieren. Die Traurede ist ein wichtiger Teil der Freien Trauung, aber eben nicht alles.
Für mich selbst plane ich die Freie Trauung zunächst minutiös, was nicht heißt,
dass es auch so kommt - mit einem Schmunzeln.
Manchmal gibt mir das Paar einen Zeitrahmen vor, manchmal legen wir gemeinsam einen fest und das ist für alle wichtig. Denn kein Paar möchte während der Trauzeremonie in gähnende Gesichter schauen, weil man seit 1,5 Std. nichts zu trinken hatte und sich fragen, wie lange es noch geht.
Ich informiere auch die Gäste vorab, wie lange die Zeremonie dauert, damit nicht mittendrin jemand zur Toilette rennen muss. Manchmal sind es die Dinge, die einem ganz unwichtig erscheinen, die am Ende Unruhe hineinbringen. Es sollen sich alle Gäste wohlfühlen und Spaß daran haben, dabei zu sein. Sie sind nicht nur Beisitzer sondern waren für das Paar so wichtig, dass sie sie an ihrem Tag dabeihaben wollen.

Welche Gedanken mache ich mir also als Freie Rednerin?
Gibt es für die Location eine Schlechtwettervariante oder Sonnenschutz für heiße Tage?
Haben wir nach hinten raus Luft, falls sich doch was verschiebt oder kommt dann gleich der ganze Tag durcheinander?
Gibt es einen Getränkeempfang vor der Trauung?
Sind Handyfotos erwünscht?
Dürfen im Anschluss alle gratulieren oder möchtet Ihr noch Zeit für Euch als Paar haben?
Gibt es einen Plan B, falls der Ringträger ausfällt oder "verschwindet"?
Wurden alle abgefragt, die einen Beitrag liefern möchten oder kommt kurz vor der Trauung noch die Oma mit einer 20 minütigen Rede, die sie vorm Ja-Wort halten möchte?
Diese etwas flapsig formulierten Fragen sind nur Beispiele. Sie zeigen aber wohl, dass es Dinge gibt, über die sich ein Paar zunächst keine Gedanken gemacht hat. Und das ist auch völlig verständlich, denn das Paar selbst denkt eher an das Hochzeitsoutfit und noch 1000 andere Sachen.
Manchmal sind es aber die unscheinbaren Dinge, die plötzlich zu einer großen Sache werden können, und genau dafür bin ich als Freie Traurednerin da. Ich überlege mir vorab mehrere mögliche Szenarien, und so kommen meine Fragen ganz von alleine.

Am Tag selber kommt es manchmal noch ganz anders, aber darum kümmere ich mich, wenn es soweit ist - mit 1x Tief-Durchatmen und einem Schmunzeln finde ich auch dafür eine Lösung, dass am Ende ALLE einen ganz besonderen Hochzeitstag haben.




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